Der Gutshof im Alten Land (Micaela Jary)

Inhalt (Randomhouse/Goldmann Verlag):

Frühling 1919: Edzard von Voss, der Patriarch eines herrschaftlichen Gutshofs im Alten Land, liegt im Sterben. Seine Söhne sind im Krieg vermisst und wahrscheinlich gefallen, der Erbe wäre nun sein raffgieriger Neffe Roland, den Edzards Tochter Finja aus Familienraison heiraten soll. Unerwartet steht jedoch ein Kamerad des jüngsten Sohnes Lennart vor der Tür, der diesem ähnlich sieht. Edzards Frau beschließt, den angenehmen Fremden als ihren Sohn auszugeben. Der Schwindel gelingt, Finja ist frei – sehr zum Ärger von Roland. Doch dann taucht plötzlich eine junge Frau auf, die behauptet, Lennart sei der Vater ihres kleinen Kindes …

Bewertung 4 von 5 Sternen:

Herzlichen Dank an den Randomhouse/Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Autorin entführt uns in die Anfänge des 20. Jahrhunderts auf einen Gutshof im Alten Land. Insgesamt hat man das Gefühl in jeglicher Hinsicht (historische Ereignisse, zeitlicher und regionaler Sprachgebrauch, klassengesellschaftliche Unterschiede, etc.) ein ein sehr gut recherchiertes Buch in der Hand zu haben. Ein Hauptaugenmerk scheint mir auch auf der für diese Zeit so typischen Entwicklung der Frauenrolle zu liegen.

Dieser Roman ist ansonsten mal ein wenig anders als üblich. Es gibt zunächst keinen einzelnen Protagonisten, sondern gleich mehrere Hauptpersonen. Damit muss man sich erstmal etwas auseinandersetzen  – schlußendlich dreht sich dann doch (für mich erst so richtig im Nachhinein) eigentlich fast alles um eine Persönlichkeit. Aber an dieser Stelle möchte ich nicht ins Detail gehen, um nichts zu verraten. Ehrlich gesagt hatte ich stellenweise  auch mal kurze Hänger, da hätte ich mir  etwas mehr Aktion, als Beschreibungen der jeweiligen Szene gewünscht. Dafür würde ich dann auch einen  kleinen Abzug vornehmen. Zum Schluß kommen jedoch ein paar fesselnde „Kapitel“, die diese kleinen Durststrecken wieder wettmachen.

Ansonsten ist der Schreibstil angenehm und sehr flüssig zu lesen. Mir hat auch der eingangs bereits erwähnte Lokalkolorit sehr gut gefallen, da es zur Stimmung des Buches passt. Alles in allem ist es ein gelungener historischer Roman, der auch ohne Kenntnis der Vorgeschichte sehr gut zu lesen ist.

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