Paul und der Krieg/Als 15-Jähriger im 2. Weltkrieg (D. Haentjes-Holländer)

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Paul Haentjes, Jahrgang 1927, wird am 15. Februar 1943 zusammen mit seinen Mitschülern aus einer Kölner Oberschule als Luftwaffenhelfer zur Flak – den Flugabwehrkanonen – einberufen. Was für die Jungen wie ein Abenteuer beginnt, entpuppt sich bald als rohe Kriegsrealität, deren Maschinerie die Jungen nun nicht mehr entgehen können und die für viele tödlich oder in Kriegsgefangenschaft endet. Dokumente und Briefe aus dem Nachlass von Paul Haentjes bilden als O-Ton eines Jugendlichen aus den 40er-Jahren die Basis des Buches. Ein Bericht über eine Zeit, deren Zeugen zunehmend rar werden.

15,00 € [D] / 15,50 € [A] | Erschienen am 15.02.2019 | Ab 12 Jahren | Hardcover, 144 Seiten | 247 mm x 173 mm | ISBN: 978-3-8458-3030-8 | Verlag arsEdition

 

Bewertung 5 von 5 Sterne:

Heute stellen wir mal wieder ein hervorragendes Sachbuch für Kids vor. Die Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs werden altersentsprechend immer weniger – umso wichtiger ist, die Erfahrungen, Gedanken und Erlebnisse von damals festzuhalten. In diesem Fall ist die Tochter von Paul die Autorin und konnte somit auf sehr viele Berichte, Fotos und Dokumente zurückgreifen.IMG_5721

In diesem Werk wird das nicht ganz so leichte Thema für Kinder sehr interessant und anschaulich aufbereitet. Paul ist 15 als er als Schüler-Flakhelfer einberufen wird und sieht dies als großes Abenteuer. Die Begeisterung der Bevölkerung für die Propaganda-Maschinerie machen die Leute regelrecht blind.

Einmal in diese Maschinerie eingebunden, gibt es kaum ein Zurück ohne  Repressalien fürchten zu müssen. So musste Paul z.B. in die Hitlerjugend eintreten – obwohl die Gesinnung in Pauls Familie abgelehnt wurde. Eine Verweigerung hätte jedoch Sanktionen nach sich gezogen.

Was den Schülern anfänglich wie ein wahnsinnig spannendes Abenteuer vorkommt, wird schnell bitterer Ernst. Neben den Informationen, die das globale Kriegsgeschehen betreffen, werden hier zahlreiche persönliche Einblicke gewährt. Paul schreibt nämlich immer wieder Briefe an seine Familie. Diese Art der Darstellung ist für Kinder sicherlich auch interessanter, als die Aneinanderreihung von Jahreszahlen und Ereignissen. Für mich macht dieses Buch einen dunklen Teil der deutschen Vergangenheit greifbar und zum Teil auch verständlich, denn viele Leute zogen aus Selbstschutz mit – nicht aus Überzeugung.

Für mich ganz persönlich gibt es gegen Ende noch eine hochinteressante Entwicklung – denn Pauls Familie flieht von Köln nach Nuttlar im Sauerland. Das ist keine 20km von meiner alten Heimat entfernt. Da wurde mir wieder richtig bewußt, dass der Krieg allgegenwärtig war.

Das Buch selbst ist hervorragend gestaltet – Fließtext, grafisch abgeteilte Infoblöcke, alte Bilder und Briefe wecken die Lust am weiterlesen. Die Informationen sind auch derart aufbereitet, dass das Buch von Kindern gut gelesen werden kann. Selbstverständlich werden die Konzentrationslager etc. angesprochen, aber sowohl die Texte als auch die Bilder und Dokumente sind dem Lesealter entsprechend ausgewählt. Ich werde mir dieses Buch sicherlich auch noch mehr als einmal ansehen.

Fazit: Ein sehr spannendes und informatives Buch über einen wichtigen Teil der unserer Vergangenheit altersentsprechend aufbereitet. 

 

Herzlichen Dank an den Verlag arsEdition für das Rezensionsexemplar. meine Meinung wurde hierdurch nicht beeinflusst.

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