Das schwarze Uhrwerk (Magali Volkmann)

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Er ist der Rebellenkönig, eine lebende Legende – und seine Geschichte in Blut geschrieben.

Verkrüppelt, ungeliebt und einsam: Taiden Belarron verabscheut sein Leben und brennt darauf, sich endlich zu beweisen. Dafür will er den legendären Rebellenführer Kyron schnappen, der mit allen Mitteln gegen die Regentschaft des Schwarzen Uhrwerks aufbegehrt. Doch dann rettet ausgerechnet der ihm das Leben und Taidens Weltbild gerät ins Schwanken. Warum hat Kyron ihm geholfen? Was versteckt sich wirklich hinter der Maske, unter der das Gesicht des Rebellenkönigs verborgen liegt?

Taiden zögert damit, Kyron auszuliefern, während er immer tiefer in seine Welt eintaucht. Doch es bleibt keine Zeit, um seine Gefühle zu sortieren – denn das Uhrwerk droht, jeden zu zermalmen, der sich zwischen seinen Zahnrädern verfängt.

ISBN: 978-3-95991-946-3 | 434 Seiten | 14,90 | Softcover | Drachenmond Verlag

 

Bewertung  3 von 5 Sternen:

Dieses Buch habe ich bei einer Lovelybooks Leserunde gewonnen. Steampunk habe ich vorher noch nie gelesen, aber der Schreibstil der Autorin gefiel mir in der Leseprobe einfach gut.

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Taiden ist ein Anti-Held wie er sprichwörtlich im Buche steht. Durch einen Anschlag verkrüppelt, schwach, kein Selbstbewußtsein und seine Intelligenz musste ich an der ein oder anderen Stelle auch in Frage stellen. Vielleicht habt Ihr meine Bewertung zu Die Verlobten des Winters (Christelle Dabos) gelesen – die Protagonistin Ophelia habe ich auch zunächst als Anti-Held bezeichnet. Sie war/ist allerdings blitzgescheit im Gegensatz zu Taiden.

Denn eine schwacher Protagonist ist ja durchaus interessant, sofern er spürbar eine Wandlung durchmacht. Das war bei Taiden auch – aber bis zum Schluß waren immer mal wieder Aktionen dabei, die mich an seinem Verstand zweifeln lassen. Wie man lesen kann, hat er nicht gerade meine Sympathie. Das ist ja auch noch egal, wenn es denn interessant ist.  Die Geschichte selbst ist in der Tat total vielschichtig und spannend. In meinen Augen sind aber so einige Sachen auf der Strecke geblieben, aus denen man noch mehr hätte machen können. So werden viele potentiell interessante Richtungen (familiäre Verknüpfungen, Rolle der Aliamen, Aufbau des Uhrwerks, etc.) leider nicht weiter geführt. Da wäre glaube ich sehr viel Potential gewesen. So hat mich dann das Ende auch nicht richtig zufrieden gestellt, ich fand es etwas klischeehaft – aber das ist ja alles Geschmackssache.

Ich habe leider noch einen Kritikpunkt – aber da komme ich einfach nicht drumherum. Die Geschichte spielt in einer Zeitspanne von ? Jahren. Ja – ? ist richtig, denn ich weiß es schlicht und ergreifend nicht. Ich glaube man hätte sich so einige zeitliche Sprünge sparen können, denn sie tun nichts für die Geschichte und entsprechen auch nicht der geistigen Reife von Taiden. So einige zeitliche Sprünge werden in einem Satz erwähnt und schon ist man 5 Jahre weiter, ohne das etwas passiert oder sich entwickelt.

Mein Lesefluss wurde ebenfalls durch immer mal wiederkehrende Perspektivenwechsel im Text gestört. Taiden hat dann Visionen und befindet sich im Körper eines anderen. Das ist jetzt kein Spoiler, da dieser (auch total interessante) Aspekt nicht weiter verfolgt wurde. So musste ich mehrfach ein paar Sätze zurück um zu erkennen was ich gerade überhaupt lese. Da hätte man definitv optisch abgrenzen müssen – das finde ich so wirklich total ungünstig und es hat mich beim Lesen auch zunehmend etwas geärgert.

Nach dem ganzen Gemecker muss ich jetzt endlich auch mal ein Lob aussprechen – denn der Schreibstil von Magali Volkmann ist klasse. Besonders in den ersten 7-8 Kapiteln war ich total begeistert. Die Sprache ist lebhabt, ab und an mit einer Prise Humor gewürzt und demzufolge war ich sehr angetan von dem Buch. An dieser Stelle muss ich auch mal kurz sagen, dass es auch Mitleser bei Lovelybooks gab, die durchweg begeistert von dem Buch waren. Es ist also vermutlich ein Stück weit eine Frage des Geschmacks.

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Fazit: Eine Story mit sehr viel guten Ideen und Potential, aber leider einem schwachen Protagonisten. Einige sehr interessante Aspekte sind leider nicht ausgeführt worden und diverse zeitliche Sprünge sind in meinen Augen unnötig und verwirrend.

Herzlichen Dank an Magali Volkmann für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde hierdurch selbstverständlich nicht beeinflusst!

 

Habt Ihr das Buch auch schon gelesen?

 

2 Kommentare zu „Das schwarze Uhrwerk (Magali Volkmann)

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