Someone New (Laura Kneidl)

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Ich mache mir ständig Gedanken darum, was andere Menschen von mir denken. Wen sie in mir sehen. Aber nicht bei dir. Bei dir kann ich ganz ich selbst sein.

Als Micah auf ihren neuen Nachbarn trifft, kann sie es nicht glauben: Es ist ausgerechnet Julian, der wenige Wochen zuvor ihretwegen seinen Job verloren hat. Micah fühlt sich schrecklich, vor allem, weil Julian kühl und abweisend zu ihr ist und ihr nicht mal die Gelegenheit gibt, sich zu entschuldigen. Doch gleichzeitig fasziniert Micah seine undurchdringliche Art, und sie will ihn unbedingt näher kennenlernen. Dabei findet sie heraus, dass Julian nicht nur sie, sondern alle Menschen auf Abstand hält. Denn er hat ein Geheimnis, das die Art, wie sie ihn sieht, für immer verändern könnte …

„Ein absolutes Must-Read, das ich am liebsten in jedes Regal der Welt stellen möchte. Someone New ist romantisch, ehrlich, authentisch – und so wichtig!“ Leselurch.de

Nach „Berühre mich. Nicht“ und „Verliere mich. Nicht.“ – der neue Roman von Platz-1-Spiegel-Bestseller-Autorin Laura Kneidl.

 

Lyx ♦ New Adult ♦ 534 Seiten ♦Altersempfehlung: ab 14 Jahren

ISBN: 978-3-7363-0829-9 ♦ Ersterscheinung: 28.01.2019 ♦ Lyx Verlag

 

Bewertung 4 von 5 Sterne:

Ich muss ja ehrlich gestehen, dass ich dieses Buch eigentlich gekauft habe, da es bei Instagram unglaublich präsent ist. Ich hatte das Gefühl „das musst Du auch lesen“.IMG_4183

Gesagt getan – ich hatte sogar noch das Glück eine der signierten Hardcover-Ausgaben  an Land ziehen zu können.

Dieses Buch hat in mir etwas ambivalente Gefühle ausgelöst. Ich will „Someone New“ mal in 1. Drittel und Rest aufteilen. Das Buch beginnt ganz interessant – das 1. Zusammentreffen von Micah und Julian verläuft etwas holprig. Ich denke es ist mittlerweile kein Spoiler mehr, dass Micah Julian um seinen Job bringt auf den er eigentlich finanziell angewiesen ist. Joaaaa, das ist als Einstieg nicht ganz optimal.

Wie es der Zufall will, begegnen sich die beiden wieder und ab da hatte das Buch für mich teilweise empfindliche Längen. Es kommen weitere Charaktere ins Spiel, die für meinen Geschmack zuviel  Aufmerksamkeit bekommen haben. Ich habe nicht ganz genau darauf geachtet – aber diese Phase hielt für mich bis irgendwo um Seite 200 an. Ich muss dazu sagen, dass ich nicht ganz so der Freund von ellenlangen Beschreibungen und nutzlosen Nebensächlichkeiten bin. Daher hat mich das Buch im 1. Drittel nicht wirklich gepackt.

Aber dann wurde es doch irgendwie interessanter, es passierte endlich etwas. Wo ist Adrian und was hat es mit Julian auf sich? Kurzum – der Rest des Buchs war dann schon ziemlich fesselnd und hat mich am Ende mit einer Auflösung überrascht, die ich vorher gar nicht auf dem Zettel hatte. Ich habe es allerdings auch peinlichst vermieden mir irgendwelche Posts oder Rezis anzuschauen. Um auch nicht zu spoilern möchte ich nur sagen: wichtiges Thema, aber diese Wendung spaltet jetzt schon die Gemüter. Für mich war es in einem Buch neu, daher ganz interessant.

Zu den Charakteren:

Micah ist so eine Person, mit der ich im echten Leben vermutlich keine Freundschaft pflegen würde. Sie ist in meinen Augen ein etwas verzogenes „Töchterchen“, welches die Kohle ihrer Eltern mit vollen Händen ausgibt. Die häufig an den Tag gelegte Respektlosigkeit ist im Buch ganz witzig, in natura würde ich nur mit dem Kopf schütteln. Aber es ist ein Buch und es passt in die Story. Ebenfalls dezent nervig finde ich ihre „Übergriffigkeit“ insbesondere Julian gegenüber. Aber auch hier – es passt ins Gesamtkonstrukt aber macht Micah eben nicht grad sympathischer. Allerdings hat sie auch ihre guten Seiten, das möchte ich an dieser Stelle nochmal kurz betonen. Sie ist meist empathisch und hat irgendwie doch ihr Herz an der richtigen Stelle. Ich habe mich übrigens beim Lesen mehrfach gefragt, ob die vielzitierte Festung in ihrer rumpeligen Wohnung auf einen charakterlichen Zusammenhang hindeuten soll. Dieses Konstrukt hätte für mich im Nachhinein thematisch besser zu einer anderen Person gepasst.

Julian mag ich – er ist nett, hilfsbereit und versucht sein Leben in den Griff zu bekommen.  Ohne zu spoilern kann ich jetzt auf die Schnelle nicht mehr viel dazu sagen.

Gut gezeichnet fand ich übrigens Micahs Eltern als Vertreter einer bornierten und engstirnigen Gesellschaft.

Die übrigen Charaktere haben wie gesagt teilweise für mich etwas zu viel Bühne bekommen – insbesondere Cassie und Auri. Aliza hätte im Nachhinein auch ganz wegfallen können, kam sie überhaupt im 2. Drittel nochmal vor? Ich weiß es gerade gar nicht so genau. Aber das ist sicherlich Geschmackssache.

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Schreibstil:

Das war mein erstes Buch von Laura Kneidl und ich muss sagen, dass mir der Stil ganz gut gefällt. Er ist leicht zu lesen und passt irgendwie. Glücklicherweise verzichtet die Autorin weitestgehend auf umgangssprachliche „Auswüchse“, wie sie in anderen Büchern ab und an schon mal vorkommen. Hier und da sind mal ein paar spezielle Begriffe (insbesondere aus dem Bereich Comic), mit denen ich nichts anfangen konnte. Ist aber nicht schlimm, das tut der Handlung keinen Abbruch. Wirklich gut gefallen haben mir übrigens die erotischen Szenen. Die hat Laura Kneidl schön, ansprechend und absolut zur Thematik passend eingebaut. Häufig variiert da meine Wahrnehmung bei anderen Büchern nämlich von „das steht da jetzt nicht wirklich, oder“ bis zum Lachanfall. Aber das ist hier einfach stimmig und sehr gut gemacht.

Last but not least möchte ich hier auch ein paar Worte zum Cover verlieren. Es ist schön, anmutig und irgendwie Frühling. Übrigens – das Cover fließt nicht in meine Bewertung ein.

Fazit: Das Buch ist – auch wenn ich etwas gemeckert habe – auf jeden Fall lesenswert. Wer sich – wie ich – nicht so gern mit belanglosen Ausschweifungen aufhält: einfach weiterlesen, da kommt noch mehr und es lohnt sich! Ich müsste nicht ständig Bücher zu dieser Thematik haben, aber es war mal ganz erfrischend. Das Thema ist medial recht präsent, aber vermutlich noch nicht ganz in den Köpfen verankert bzw. mit Vorbehalten und Berührungsängsten behaftet.

 

 

 

2 Kommentare zu „Someone New (Laura Kneidl)

    1. Oh ich danke Dir! Es ist manchmal schwer die richtigen Worte zu finden, das kenne ich auch 🙂
      Mittlerweile schreibe ich häufig einfach runter was genau ich gerade denke. Das passt dann sogar häufig im 1. Anlauf.

      Gefällt mir

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