Jenseits des breiten Flusses (Sarah Maine)

Inhalt (Randomhouse/Goldmann Verlag):

Schottland 1893: Die 19jährige Evelyn Ballantyre macht sich auf, ihren Vater auf eine Reise nach Kanada zu begleiten. So kann sie die Grenzen des herrschaftlichen Anwesens hinter sich lassen, das für sie in den letzten Jahren eher ein Gefängnis als ein Zuhause war. Seit jener schicksalhaften Nacht, in der zwei Menschen starben, und ihr Jugendfreund, der Stallbursche James Douglas, der Tat beschuldigt fliehen musste. Doch als sie in der kanadischen Wildnis unverhofft auf James trifft, drängen die dunklen Geheimnisse der Vergangenheit an die Oberfläche. Und Evelyn muss sich entscheiden, wo ihre Zukunft liegt …

Bewertung 3 von 5 Sternen:

Mit diesem Buch hatte ich etwas Anlaufschwierigkeiten. Zufälligerweise habe ich zwischendurch geschaut – bis mindestens Seite 98 plätscherte eine noch nicht erkennbare Handlung ziemlich belanglos vor sich hin. Die Autorin beschreibt alles relativ detailiert, das trägt nicht unbedingt zum Spannungsaufbau bei. Ich hatte mir viel von dem historischen Anteil (z.B. hinsichtlich der Weltausstellung) versprochen, aber auch dieser Part konnte mich nicht recht begeistern. Die eigentliche Handlung kommt dann glücklicherweise doch irgendwann „in Schwung“, wird aber häufig durch meiner Meinung nach belanglose Beschreibungen/Szenen unterbrochen. Natürlich gehört das zu jedem guten Buch dazu, um dem Ganzen etwas Leben einzuhauchen. Aber für mich war es leider zuviel des Guten.

Die Rolle der Protagonisten ist zeitweise etwas undurchsichtig. Durch den Klappentext hat man natürlich zuerst Evelyn „im Visier“. Leider kratzt die Autorin hier nur an der Oberfläche des Charakters. Die Rede ist von einem Frauenschicksal – ich würde eher dazu tendieren, dass es hier um das Schicksal von James geht. Er kristallisiert sich im Laufe des Romans immer stärker heraus und war mir auch deutlich sympathischer als Evelyn. Ihre Figur konnte mich nicht begeistern, da sie auf mich noch sehr kindlich/naiv wirkt.

Der Schreibstil ist eigentlich ganz angenehm – zeitweise springt die Handlung jedoch zunächst nicht klar erkennbar in den Zeiten. Darüber hinaus musste ich einige Absätze tatsächlich doppelt lesen, da plötzlich zwischen wörtlicher Rede und weiterführenden Gedanken gesprungen wird. Das ist für den Lesefluss nicht zuträglich.

Zusammenfassend muss ich sagen, dass mir die Handlung selbst nicht ausgereicht hat. Es kommt relativ wenig Spannung auf, da die Lösung schon recht früh offen gelegt wird. Ein Liebhaber von Landschaftsbeschreibungen wird diesem Buch vermutlich mehr abgewinnen können.

Herzlichen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

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