Der Troll und die Buchstaben (Carola Jürchott)

Inhalt (Bundeslurch Verlag):

Alarm! Als Corbinian mit seiner Klasse zum ersten Mal die Bibliothek seines Heimatortes besucht, erleben die Kinder eine böse Überraschung. Aus sämtlichen Büchern sind die Buchstaben verschwunden! Wie ist so etwas nur möglich? Hätte sich die Druckerei geirrt, wären doch nicht alle Bücher auf einmal betroffen. Ein Troll hat die Buchstaben geklaut. Selbst die Erwachsenen sind ratlos: Auch Frau Müller, die Bibliothekarin, hat so etwas im Laufe ihres langen Berufslebens noch nie gesehen. Sind die Bücher vielleicht mit Geheimtinte gedruckt worden, und nun war ihr Haltbarkeitsdatum überschritten? Nein, davon hätte vielleicht auch die Lehrerin, Frau Sanddorn, schon gehört.

Während alle gemeinsam noch überlegen, was zu tun sei, macht Corbinian eine Entdeckung: Kekskrümel! Kekskrümel? In einer Bibliothek, wo im Lesesaal das Essen und Trinken streng verboten ist? Das kann doch nicht mit rechten Dingen zugehen! Heimlich, still und leise macht sich der Junge auf den Weg und folgt der Spur der Krümel.

Was er dann erlebt, lässt ihm zunächst den Atem stocken: Der Übeltäter ist ein Troll! Er war es, der sämtliche Buchstaben aus den Büchern gezaubert hat, weil er sie für Russisch Brot gehalten hatte. Nachdem Corbinian ihm seinen Irrtum erklärt hat, könnte er sie also getrost wieder zurückgeben, schließlich kann er mit den Buchstaben ohnehin nichts anfangen, denn wo hätte man jemals einen Troll gesehen, der lesen kann?!

Ja, er könnte sie zurückgeben, aber er will nicht. Kein Troll rückt freiwillig etwas heraus, das er einmal erbeutet hat. Aus Buchstaben können Geschichten entstehen? Das soll ihm Corbinian erst einmal beweisen!

Wird es der Junge schaffen, dem Troll die Buchstaben wieder abzunehmen?

Bewertung 3,5 von 5 Sternen:

Vielen Dank an den Bundeslurch Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die empfohlene Altersangabe (ab 8 Jahren) erscheint mir nicht passend. Ein jüngeres Kind ist natürlich nicht in der Lage ein Buch diesen Umfangs allein zu lesen, aber für ein Lesealter ab 8 sind die Geschichten meiner Meinung nach zu kindlich. Ich finde das Buch wirklich wunderbar als Vorlesebuch ab 5-6 Jahren, denn die Geschichten sind wie kleine, einzelne Märchen und auf diesem Wege wird auch noch spielerisch das Alphabet mit eingebaut.  Daher werde ich das Buch aus dieser Perspektive heraus bewerten – jeden Abend zum Einschlafen eine kleine Geschichte rund um die Buchstaben finde ich perfekt.

Das Buch besteht ja nun, wie aus dem Klappentext hervorgeht, aus einer Rahmenhandlung – Corbinian tauscht die entwendeten Buchstaben gegen kleine Erzählungen – und den entsprechenden Kurzgeschichten zu jedem Buchstaben. Der rote Faden dieses Buches ist in erster Linie die Handlung rund um Corbinian und den Troll. Im Laufe des Buches plätschert sie zeitweise meist relativ belanglos nebenher – wobei sich die Beziehung zwischen den beiden mit der Zeit ändert und entwickelt. Allerdings finde ich das Ende zwar nett – aber mehr auch nicht. Das hätte man für meinen Geschmack viel schöner gestalten können – der Troll hat z.B. keinen Namen. Da es die ganze Zeit um Buchstaben geht…. wäre eine Idee gewesen, die mich begeistert hätte. Ansonsten passiert in dieser eigentlichen Rahmenhandlung nicht viel – ist vielleicht für 5-6jährige als Nebenstrang auch ausreichend.

Die einzelnen Geschichten sind überwiegend schön und lehrreich (ja klar, die ein oder andere gefällt vielleicht nicht so – aber ist in einem Märchenbuch ja auch nicht anders).  Ich hatte mir – aufgrund des Titels – vorgestellt, dass alle Geschichten im Bereich Magie/Fantasie beheimatet sind. Die meisten sind es, aber nicht alle.  Die Illustrationen sind ebenfalls wirklich gut gemacht, die verwendeten Fotos eher gewöhnungsbedürftig. Mir gefallen sie nicht, aber das tut dem Buch keinen Abbruch – Kinder sehen das ja nochmal anders.

Insgesamt liegt das Buch sehr gut und schwer in der Hand – es macht einen hochwertigen Eindruck. Verwendet wird hier auch nicht normales Papier (wie wir es aus den Romanen in unserem Bücherregal kennen), sondern eine wertigere Dicke (90g oder sogar mehr?). Natürlich führt es dazu, dass das Buch recht schwer ist – dafür wird es aber auch häufiges und vielleicht mal stürmisches Umblättern eher verzeihen. Das finde ich für ein Vorlesebuch für die etwas Jüngeren ideal.

Ich war nach Abschluß des Buches sehr zwiegespalten – für 4 Punkte reicht es nicht, dafür sehe ich zu viele Punkte kritisch – aber 3 Punkte wären auch nicht passend. Daher nehme ich die goldene Mitte und vergebe 3,5 Punkte. Da die meisten anderen Rezensionen deutlich positiver sind, muss ein Leser sich am besten selbst ein Bild machen.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s